In der Ausstellung „The Female Landscape: Rethinking the Body through the Photographic Image and Beyond“ wird der weibliche Körper als Landschaft intermedial aufgegriffen, verschiedene Facetten von Frau-Sein werden hier erzählt und aus feministischer Perspektive untersucht. Es wird hinterfragt, was Natur heute noch heißen kann. Der Körper tritt immer in Wechselwirkung mit Landschaft und wird durch externe Faktoren sowie die Gesellschaft geformt und bestimmt. In diesem schreiben sich Praktiken ein, die den Umgang mit anderen Körpern regeln. So ist der Körper in der Tat zur Landschaft geworden, als Vexierbild einer Kultur, stellt er diese oder zumindest die Zugehörigkeit zu dieser dar.
Die verschiedenen künstlerischen Positionen, die von klassischer Fotografie bis hin zu Arbeiten mit skulpturalen, audiovisuellen und installativen Elementen reichen, erzählen unterschiedliche Facetten dieser Verbindung.

Tina Graf, Claudia Larcher, Stephanie Misa, Anna & Maria Ritsch und Song Jing kuratiert von Paula Marschalek & Alexandra Steinacker für C/20 im Rahmen des Foto Wien Festivals 2022 (unterstützt von der Kulturkommission 1010 Wien)

Für TINA GRAF fungiert das Medium Fotografie als Ausgangspunkt, bei dem sie den menschlichen Körper und die Position der Frau in der Gesellschaft hinterfragt. Mit ihren bunten Druckgraphiken bezieht sie sich auf aktuelle feministische Fragestellungen und strebt bewusst die Befreiung aus aufgezwungenen Normen an. Die 365-teilige Serie lässt Raum für
Assoziationen, macht Details des Alltags und die Faszination unterschiedlicher Perspektiven sichtbar.

CLAUDIA LARCHERs Videoanimation „SELF“ rückt die Haut in den Vordergrund. In einer filmischen Erkundungsreise wird jene als körperliche Landschaft dargestellt und fungiert als Träger von Identität sowie Geschlechtszuschreibungen. Durch Überlagerungseffekte verschwimmen jedoch Geschlechtergrenzen und werden problematisiert.


Als zentrales Thema ist der Installation „Pimp my Papaya“ von STEPHANIE MISA die Praktik des Bleichens von speziell weiblichen Körpern in postkolonialer Zeit und Ort eingeschrieben. Ähnlich einer Landschaft wird ein Körper kultiviert und einem gesellschaftlichen Ideal angenähert.

Das Künstlerinnenduo ANNA und MARIA RITSCH stellt in ihren Fotografien Mensch und Natur in Beziehung zueinander, untersucht Konzepte der Identität und erforscht das anthropomorphische Dasein in der Natur. Sie interessieren sich vor allem für die Wahrnehmung der Körper in unterschiedlichsten Umgebungen und verwischen die Grenze zwischen Körper und Landschaft.

SONG JING hinterfragt in „All the Wo/Men I am“ Konventionen über das Frau-Sein sowie über den Körper, die Geburt, und die weibliche Sexualität. Sie bezieht sich auf gesellschaftliche Regeln und Normen, denen Frauen in einer männlich geprägten bzw. dominierten Gesellschaft unterworfen sind. Als solche tendiert diese dazu, einerseits Frauen zu objektivieren und andererseits ihre Ausdrucksmittel, speziell ihre Sexualität, zu kontrollieren.

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