„Beyond Borders“ mit neuen Malereien von Kinga Jakabffy kuratiert von Paula Marschalek wird von 06. – 11.09.2022 im Rahmen der PARALLEL 2022 (A311) zu sehen sein und nimmt Bezug auf aktuelle, heiß umkämpfte Aspekte von Gender Equality sowie Selbstbestimmung und setzt sich mit reproduktiven Rechten sowie Abtreibung auseinander. Fragen, wie jene nach dem Grund der diskursiven Relevanz des gebärfähigen Körpers in der Gesellschaft und seiner dogmatischen Eingrenzung, sind hier wesentliche Ausgangspunkte. Der um diese Thematik geführte Diskurs stellt sich als ideologisches Schlachtfeld dar, durch das sowohl Stigmatisierung als auch Tabuisierung etabliert und Selbstbestimmungs- sowie Reproduktionsrechte von Frauen* beschnitten werden. Sie können noch immer nicht über ihren Körper selbst bestimmen, ihr Entscheidungsspielraum ist von politischen, sozialen oder religiösen Systemen abhängig, während patriarchale Strukturen die zwischen den Geschlechtern bestehenden Ungleichheitsverhältnisse erzeugen und reproduzieren.


Jakabffy setzt sich auf unterschiedliche Art mit der queer-feministischen Thematik auseinander und gewinnt dieser durch neue Perspektiven etwas Innovatives ab. Sie interveniert damit in gesellschaftliche Erzählungen und bricht vermeintliche Gewissheiten auf.


Die Präsentation zeigt in ihrer Diversität und Vielfältigkeit unterschiedliche Facetten und visuelle Kommentare dieser Themen auf. Erörtert werden Ansichten zur rechtlichen Lage, Probleme von sicheren und freien Zugängen zu Abbrüchen und Herausforderungen, wie etwa innerhalb homosexueller Beziehungen Kinder zu bekommen. Damit zusammenhängend reproduktive Rechte, soziale & gesellschaftliche Bedingungen bzw. Erwartungen an die Frau*, die Ausgrenzung von ethnischen Minderheiten hinsichtlich dieser Themen. Das Project Statement lädt zur kritischen Reflexion und zu einem Safe Space ein.


Der Titel „Beyond Borders“ zeigt, dass es sich vor allem beim Tabuthema Abtreibung um ein globales Problem handelt, das über die Grenzen der Nationalstaaten hinaus geht. Nicht nur inhaltlich, sondern auch in der visuellen Gestaltung wird diesem Sachverhalt nachgekommen. Die Sujets enden nicht an den Rändern der Leinwand, sondern breiten sich über die Wände aus, die Malerei wird als Erweiterung im Raum begriffen und für das Publikum zu einer immersiven Erfahrung. Durch den Bruch und die Verlängerung außerhalb der Leinwandrände wird das „Borderland“ aufgezeigt – der limitierte Bereich, in dem sich alle Lebensformen zurechtfinden müssen.

Credit: Zoe Opratko

KINGA JAKABFFY: Als queere Künstlerin einer Einwander*innenfamilie beschäftigt sich Kinga Jakabffy mit Fragen der sexuellen Orientierung und Identitätsbildung in heteronormativ patriachalen Strukturen. Porträtiert werden fürsorgliche zwischenmenschliche Beziehungen, die Gefühle liebevoller Gemeinschaft und Nähe der Figuren evozieren, sei es durch Tanz, Umarmungen oder Küsse. Ihre Arbeiten wurden in Einzel- sowie Gruppenausstellungen auf nationaler und internationaler Ebene präsentiert und sie ist in privaten Sammlungen vertreten.

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